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Schwanger und leidest unter Schlaflosigkeit? Du bist garantiert nicht allein. Während der Schwangerschaft erleben viele Schwangere schlaflose Nächte. Das häufige Wasserlassen, die endlose To-Do-Liste und vielleicht auch ein schnarchender Partner helfen sicher nicht. Aber woher kommt diese Schlaflosigkeit genau? Und noch wichtiger: Was kannst du dagegen tun? Wir haben nachgehakt.
Schlaflosigkeit kommt in der Schwangerschaft häufig vor. Laut Cleveland Clinic erleben etwa 25 % der Schwangeren schlaflose Nächte im ersten Trimester. Im dritten Trimester steigt diese Zahl sogar auf 80 %. Dabei gibt es verschiedene Formen: nicht einschlafen können, häufiges Aufwachen oder sehr frühes Wachsein. Wie und wann sich das zeigt, unterscheidet sich von Person zu Person und von Schwangerschaft zu Schwangerschaft. Und mit etwas Pech erwischt man alle drei.
Woher kommt das? In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft (dem ersten Trimester) wird Schlaflosigkeit vor allem durch hormonelle Veränderungen ausgelöst. Östrogen und Progesteron spielen hier eine Hauptrolle, dieselben Hormone, die auch den Menstruationszyklus steuern. Während der Schwangerschaft produziert dein Körper bis zu 1000-mal mehr Östrogen als sonst. Vor allem im ersten Trimester gibt es einen steilen Anstieg, bevor sich die Werte etwas einpendeln. Östrogen und Progesteron beeinflussen auch deinen Schlaf-Wach-Rhythmus. Der plötzliche Hormonschub kann deinen gewohnten Schlafrhythmus gehörig durcheinanderbringen.
Das erste Trimester Im ersten Trimester ist das Baby zwar noch sehr klein, deine Gebärmutter wächst in diesen ersten Monaten aber schon deutlich. Da der Embryo noch tief im Becken sitzt, drückt die wachsende Gebärmutter direkt auf deine Blase. Hallo nächtliche Toilettenbesuche, tschüss durchgehender Schlaf. Dazu kommen andere typische Beschwerden der Frühschwangerschaft wie Übelkeit oder Sodbrennen, ebenfalls dank der Hormone. Auch das trägt nicht gerade zum erholsamen Schlaf bei.
Eine Schwangerschaft bringt außerdem viele neue Gedanken mit sich. Es gibt so viel zu organisieren: Hebamme, Wochenbettbetreuung, Kinderbetreuung und die ständige Frage, ob alles gut geht. Diese Gedanken können den Cortisolspiegel (das Stresshormon) ansteigen lassen und dich nachts grübeln lassen. Versuche, offen darüber zu sprechen, oder nutze ruhige Atemübungen. Auch ein Notizbuch neben dem Bett kann helfen: Schreib deine To-Do-Liste und deine Gedanken einfach auf, um sie gedanklich bis zum nächsten Morgen abzulegen.
Das zweite Trimester Im zweiten Trimester wird das Schlafen oft wieder etwas leichter. Die Hormone stabilisieren sich, die Gebärmutter wandert weiter nach oben und nimmt den Druck von der Blase. Mit etwas Glück lassen auch die lästigen Anfangsbeschwerden nach. Das bedeutet allerdings nicht, dass Schlaflosigkeit jetzt gar kein Thema mehr ist. Das Baby in deinem Bauch wird immer aktiver. Das ist wunderschön, passiert aber oft genau dann, wenn du dich ausruhen möchtest. Auch neue Beschwerden wie unruhige Beine können in dieser Phase auftauchen.
Das dritte Trimester Im dritten Trimester steigt die Zahl der Betroffenen auf 80 %. Du bist definitiv nicht die Einzige, die in der Endspurt-Phase wach liegt. Woran das liegt? Dein Bauch wächst stetig weiter und eine bequeme Schlafposition zu finden wird zu einer echten Herausforderung. Empfohlen wird das Schlafen auf der linken Seite. Bauchschläferinnen mussten ihre Lieblingsposition meist schon viel früher aufgeben, aber auch die Rücken- oder rechte Seitenlage fühlt sich jetzt oft nicht mehr gut an. Auf der rechten Seite kann Sodbrennen zunehmen, und in Rückenlage kann das Gewicht des Babys auf wichtige Blutgefäße drücken. Dein Körper signalisiert dir von allein, wenn eine Position nicht mehr passt. Wenn dir flau wird, wechselst du einfach die Position. Dazu kommen im dritten Trimester oft Rücken- oder Beckenschmerzen und Kurzatmigkeit. Alles normale Gründe, warum der Schlaf kürzer oder weniger tief ausfällt.
Was kannst du tun? Es gibt also viele Gründe für schlaflose Nächte in der Schwangerschaft. Aber was hilft wirklich?
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Entwickle eine entspannte Abendroutine: Statt endlos am Smartphone zu scrollen, nimm vor dem Schlafengehen eine warme Dusche oder ein Bad und lies ein Buch. Tu einfach das, was dir guttut: eine Tasse Kräutertee trinken, Gedanken aufschreiben, einen kurzen Spaziergang machen oder eine ruhige Meditation hören.
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Vermeide lange Schläfchen am Tag: So verlockend es ist, dich tagsüber lang hinzulegen: Beschränke dich lieber auf kurze Power Naps von maximal 30 Minuten. Das gibt frische Energie, ohne deinen nächtlichen Schlaf zu stören.
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Sodbrennen vorbeugen: Iss über den Tag verteilt lieber mehrere kleine Portionen statt dreier großer Mahlzeiten. Vermeide schweres, fettiges oder scharfes Essen kurz vor dem Schlafengehen und iss etwa zwei Stunden vor dem Schlafen nichts Schweres mehr.
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Koffein reduzieren: Verzichte mindestens acht Stunden vor dem Schlafengehen auf koffeinhaltige Getränke.
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Schwangerschaftskissen nutzen: Ein Still- oder Schwangerschaftskissen kann helfen, deinen Bauch, Rücken oder die Beine gezielt abzustützen und den Druck auf das Becken zu entlasten.
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Professionelle Hilfe holen: Wenn die Schlaflosigkeit deinen Alltag oder dein Wohlbefinden stark belastet, sprich jederzeit mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.



